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Montag, 2. Januar 2012

Beleuchtete Flüsse

Es ist möglich, dass du schon darüber weißt - ach, komm schon, du weißt: In Kolumbien haben wir ein großes Problem mit Guerrilla seit  mehr als 60 Jahre gehabt. Der letze Präsident, Herr Alvaro Uribe Velez, und der heutige Präsident, Herr Juan Manual Santos, haben ihr beste getan, damit der Guerrillakrieg schnell und bald zum Ende kommt. Es ist heute viel besser als es vor 20 Jahre war. Es ist jetzt wieder sicher für Ausländer durch Kolumbien zu reisen. Aber der Krieg ist leider noch nicht vorbei...

Wir haben viele Möglichkeiten versucht: Dialog, Krieg, Austausch... aber seit 2010 haben wir eine neue Strategie gefunden: wir werden von Herzen zu Herzen mit den Guerrillakämpfer sprechen.

In dieses Video, kannst du sehen, was wir für Weihnachten 2010 / Neues Jahr 2011 gemacht haben.



Es hat funktioniert! Wenn ein Mensch zu einem anderen Mensch, von Herzen spricht, die Nachricht ist immer erfolgreich. Es gibt nichts wichtiger als Familie. Krieg, Ideen, Politik... das ist alles natürlich auch wichtig. Aber Familie, Familie ist HAUPTSACHE. Familie ist das höchste Priorität. Und Weihnachten ist die wichtigste Zeit für Familie.

Dieses Jahr, haben wir etwas ähnliches versucht:


Mal sehen, was diese neue Operation bringt...

Der Präsident, Juan Manual Santos, und seine Familie, haben an diese Operation teilgenommen. Sie haben Nachrichten geschrieben, dann die Nachrichten in das Bällchen eingesperrt, und in den Flüsse freigelassen.



Auch meine gute Freundin, Mafe Barbosa, hat an diese Operation teilgenommen:



So sahen unsere Flüsse an Heiliger Abend 2011: 


Ich kann nur hoffen, mit allen Kolumbianer, dass in 2011 viele Guerrillakämpfer nach Hause gegangen sind. Und, dass in 2012 dieser sinnlosen Krieg schon zum Ende kommt. 

Montag, 19. Dezember 2011

Braucht man gar nicht mehr (außer Mutti)

Wenn man nicht Zuhause wohnt, fühlt man sich nicht wohl. Etwas fällt. Entweder die Sprache oder die Kultur sind ganz anders, oder die Familie ist zu weit, oder man vermisst die Freunde zu viel. 

Aber alle hat eine einfache Lösung:  Man lernt die neue Sprache, man lernt die neue Kultur, man sucht sich eine neue Familie (wenn möglich) oder die Familie kommt zu besuchen, und man macht neue Freunde.

Was fällt denn? 

Das Essen.

Es gibt viele, viele leckere Sachen in Deutschland. Ich habe seit mehr als einem Jahr die deutsche cuisine genossen. Weihnachtsmänner, Berliner, Adventskalender, Frikadellen, Königsberger Klopse, Curry Wurst, Erbsensuppe, Schnitzel... wahrscheinlich habe ich viel mehr deutsches Essen gegessen. Aber die Namen fällen mich. 

Das Problem ist, dass obwohl die local cuisine sehr lecker ist, man braucht auch, dass was in die Heimat lecker ist. Ich meine, Berliner sind lecker, aber ich würde ein Raspao mehr genießen.

Eigentlich nicht mehr als zerkleinert Eiswürfeln mit einer süßen Sauce. 
Ich esse gern Kartoffeln, aber ich vermisse mein Reis. 

Ich mag Äpfel und Kirsche, aber ich vermisse Mangos und Corozo. 

Ich habe noch nicht eine richtige Übersetzung dafür gefunden... Ideen, jemand?
Aber heute, oh wow, heute war wie Weihnachten! (Siehst du? Es ist immer in Deutschland Weihnachten!) Heute war ich im Asia Laden (ich hatte Zeit, und war neugierig; ich wollte wissen, ob etwas leckeres da war) und habe folgendes AUS KOLUMBIEN gefunden!

Die heißen in Kolumbien Arequipe, aber vielleicht kennst du sie als Dulce de Leche. Wir essen es wie die Deutsche Nutella essen. 
Das heißt Bocadillo, oder Guava Candy. Wir essen es mit einem Käse, die nur in Bogota (Kolumbiens Hauptstadt) gemacht ist. Aber wir haben gefunden, dass Baby Bell schmeck sehr ähnlich; also, Bocadillo und Baby Bell zusammen kaufen, zusammen stellen, zusammen beißen, zusammen essen, zusammen genießen!
In vergleich mit deutsches Bier ist kolumbianisches Bier nur Wasser mit etwa Geschmack.  Aber ich finde es unfassbar, dass in das Bier-Land, man kolumbianisches Bier finden kann!
Wofür brauchen die Deutschen Kokosnuss? Dekoration? Oder kaufen sie sie ja gar nicht? Wir machen mit Kokosnuss leckerer Kokos-Reis.


Kolumbianisches Maismehl. Damit machen wir Arepas
Die beide "Postobon" sind Colas, die erste mit Weintraube Geschmack, die letzte mit Äpfel Geschmack.
Panela ist Zuckerrohr Candy, aber wir benutzen es nicht nur als Süßigkeit, sondern auch als Süßstoff für Kaffee, Säfte, Kuchen und Kekse, u.a.
Koch Banane kennst du wahrscheinlich, oder? Die sind nicht genau Banane - ich meine, man darf sie roh nicht essen, sondern gekocht (gekocht, gebraten, gegrillt, gebacken, frittiert...). Die grüne sind salzig, die gelbe sind süß. 

Das heißt für uns Spanischsprecher "Yuca". Wie Koch Banane, darf man sie nicht roh essen, sondern entweder gekocht oder frittiert. Es ist mit Käse essbar, aber auch mit Suero (ich denke, dass das auf Deutsch "Molke" heißt).

Also, wenn du verwirrt bist, weil du keine Ahnung hast, worüber ich schreibe, dann laden Honey und ich dich gern ein, zum Abendessen bei uns Zuhause. Aber bitte, komm mit tierisch Hunger :-)

Nach wir dieser Laden gefunden haben, brauchen wir ja gar nicht mehr. Wir lernen die Sprache, wir genießen die Kultur, wir haben Spaß mit unsere deutsche Familie und Freunde, und jetzt haben wir auch unser eigenes, kolumbianisches Essen.

Außer Mutti. Ich brauche dringend meine Mutter, da sie die leckere Dinge zubereiten kann. 

Montag, 21. November 2011

Veränderung

Ich muss leider schlechte Nachrichten erzählen: eine Freundin meiner Mutter ist letzte Woche mit Krebs diagnostiziert worden. Diese Nachricht hat mich sehr weh getan, weil ich so weit weg bin. Ich kann gar nicht helfen, ich kann gar nicht machen. Ich habe kein Geld, um zu spendieren. Ich bin nicht eine Sportlerin, um eine Marathon zu rennen. Ich möchte nicht in meinem Facebook etwas gegen Krebs schreiben, weil ich bin der Meinung, dass das nichts macht. Ich trage keinen Krebs-T-Shirt oder Rosa Spitzen Armband... und ich bin auch nicht dabei, um mit ihr oder meiner Mutter Zeit zu verbringen.

Ich kann gar nichts machen.

Und darüber habe ich sehr viel nachgedacht... ich war eigentlich im Bus, unterwegs nach Hause, als ich diese schlechte Nachricht bekommen habe. Die Frage, "Was kann ich tun?" war mein einziger Gedanke...

Plötzlich habe ich eine Idee gehabt.

Ich habe Haare - die Freundin meiner Mutter hat (ab die zweite Chemotherapie) gar kein. Eigentlich habe ich viel Haare. Viel zu viel Haare. Eine ganze Menge Haare! Und ich wusste es sofort, was ich für die Freundin meiner Mutter machen könnte:

Das war einmal ich.

27 cm sind jetzt weg!

Ich habe seit schon lange über Locks of Love gehört, eine Non-Profit-Organization, die Kinder mit Krebs hilft. Sie bekommen Haare (von Leute wie ich!) und machen Perücke. Ich habe meinen 27-cm-lange-Zopf per Post geschickt, und bald hat jemand, irgendwelches Kind neues Haar.

Weil diese Organization nur Kinder hilft, mein Haar wird nicht genau für die Freundin meiner Mutter sein... aber das ist doch egal! Ich werde helfen. Die Freundin meiner Mutter fühlt sich besser jetzt, weil in ihr Herz sie weiß, dass sie geliebt ist (und nicht nur in Kolumbien!). Ein Kind wird bald neues Haar bekommen, und es wird sich auch freuen. Meine Mutter ist stolz auf mich... und ich, ich fühle mich gut!

Nur 27 cm haben 4 Personen in 3 verschiedene Länder geholfen, um sich glücklich zu fühlen.

Du kannst auch helfen, auch wenn du (wie ich) kein Geld zu spendieren hast, oder keine Lust, um eine Marathon zu rennen hast... Du kannst auch helfen.

Ich freue mich, dass ich mein Haar spendieren konnte. Es wird wieder wachsen, und wahrscheinlich gesunder. Ich weiß, dass ich nicht nur älter, sondern auch fetter aussehe... aber ich liebe Veränderungen. Und wenn mein Haar wieder noch länger als 25 cm ist, werde ich es gern nochmal schneiden lassen und spendieren.



Denkst du, dass mein deutsch Vater diese Veränderung merken wird?!

Sonntag, 16. Oktober 2011

Was gibt es heute zum Essen?

Dieser Post unterstützt Blog Action Day 2011 #BAD11. Es ist nur eine kleine Ausnahme von dem regelmäßig Veröffentlichung Zeitplan. 


Diese Frage, "Was gibt es heute zum Essen?" fragt Honey jeden Tag. Ich versuche nicht nur auf Deutsch zu schreiben, sondern auch etwas Besonderes zum Essen jeden Tag anzubieten. Machmal schaffe ich es. Am meisten, nicht...

Ich habe eine Liste mit mehr als 30 möglicher Essen Ideen. Trotzdem, ich finde mich Ahnungslos. Und, ehrlich gesagt, auch ein bisschen verzweifelt.

Dann sage ich zu mir selbst, Mach doch was einfach! Ja. Gute Idee. Ich mache Pasta. Und dann fängt das Problem an: Spaghetti Carbonara? Penne à la Wodka? Lasagne Bolognese?

Naja. Kein Pasta. Dann mache ich was einfacher, Reis mit einem Art von Fleisch. Gut. Aber, was für Reis? Mexikanischer Reis? Mediterraner Reis? Normaler weißer Reis? Und was für Fleisch? Kuh oder Schwein?

OMG. Kein Reis und Fleisch.


Etwas einfacher, Nat.

Ja, etwas Kolumbianisches. Linsen. Oder Rote Kidney Bohnen. Aber welche? Wie kann ich mich entscheiden? Und wenn ich keine Koch Banane dabei habe, sind die beide Möglichkeiten weg.

Wir essen Hühnchen. Aber Hühnchen in Deutschland sind geschmacklos (sorry, Deutschland). So kein Hühnchen.

Fisch! Jeder mag Fisch! Aber ich habe diese Idiosynkrasie: Ich kann nur Fisch essen, wenn ich beim Wasser bin. Und obwohl wir haben viel Wasser in Kiel, ich bin nicht beim Wasser. Deswegen kein Fisch.

Es sieht so aus, als wir werden verhungern.


Denk, Natalya, denk.

Ich werde dann eine Suppe kochen. Gut. Was für eine Suppe? Kartoffel Suppe? Gemüse Suppe? Eigentlich habe ich keine Lust auf Suppe.


Ich habe tierisch Hunger. Entscheid dich schnell, Nat.

Weißt du was? Wir werden bestellen. Toll. Dann, was? Chinesisch? Türkisch? Pizza? Ach, du schei--

Lass uns doch einfach nach McDonald's.

Und endlich sind wir nicht mehr hungrig. Yay!

Aber bald kommt Morgen und auch eine neue Frage: Was gibt es heute zum Essen?