Posts mit dem Label kalt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label kalt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 28. November 2011

Frohes Danke-Tag

Ich mag die Amerikaner. Sie haben viele gute Sachen: Disney World, McDonald's, The New Yorker, Kapitalismus, Konsumismus, und ein Tag (eigentlich, fast eine ganze Wochenende), nur um Danke zu sagen. Sie nennen das, "Thanksgiving Day", oder, auf Deutsch, Danke-Tag; oder Sag-Danke-Tag. (Ich hasse es, dass auf Deutsch gibt es kein Gerundium, ein Verbform, dass eine "laufende Aktion" erklärt). Auf Spanisch nennen wir diesen Tag Der Tag um Danke zu Sagen. Sehr lang - deswegen sagen viel nur, Tansgivin'. Das passt. Was wirklich wichtig ist, ist das wir DANKE sagen. In irgendwelche Sprache.



Ich habe dieses Jahr viele Gründe, um dankbar zu sein; habe ich auch letztes Jahr gehabt. Und vorletztes Jahr. Was kann ich sagen, ich bin ein glückliches Mädchen.

Also, hier ist meine Liste für 2011, warum und wofür ich dankbar bin.

- Ich bin für Honey dankbar, weil es süß und geduldig ist, und er mag es, mich zu verwöhnen.
- Ich bin für meine ausländische Freundinnen dankbar, weil wir verstehen einander, obwohl wir schlecht Deutsch sprechen.
- Ich bin für meine deutsche Freundinnen dankbar, weil sie langsam sprechen, und sie versuchen, dass ich sie verstehen kann. Auch weil sie immer neue Deutschland-Kleinigkeiten erklären.
- Ich bin für meine deutsche Familie dankbar, weil ich weiß, dass ich auf sie zählen kann. Wenn ich krank bin, wenn ich hungrig bin, wenn ich mich einsam fühle, wenn ich etwas brauche...
- Ich bin für meinen Lehrern dankbar, weil sie lehren genau das, was ich möchte! Ich bin auch für meine Uni dankbar, weil mein Masterstudium ist nur für mich geeignet. :-)
- Ich bin für Deutschland dankbar, weil dieses Land hat mich akzeptiert und glücklich gemacht. Deutschland hat mir Berliner gegeben, und auch Spekulatius, und Wasser mit Erdbeere Geschmack.

Ich habe ein gutes Leben. Ich habe viele Gründe, um dankbar zu sein. Und das bin ich: ich bin dankbar. Nicht nur am Danke-Tag, sondern jeden Tag. Na ja, manchmal habe ich Gastroenteritis, und ich fühle mich nicht so dankbar. Manchmal ist meine Lehrerin mit mir nicht einverstanden; manchmal ist es zu kalt (sehr oft ist es zu kalt); manchmal weiß ich nicht, wenn Akkusativ und wenn Dativ (oder wenn oder wann zu benutzen); manchmal ist der Bus 30 Sekunden zu spät; manchmal verstehe ich gar nicht in diese verrückte Sprache; manchmal gibt es keine Sonne, oder manchmal gibt es kein Berliner!! Ja, machmal passieren auch in Deutschland schlechte Sachen. Manchmal spielt Honey nur in sein PS3 und macht kein Hausarbeit... das passiert genau so oft als es kalt in Deutschland ist. Aber trotzdem, trotz alles, bin ich dankbar.

Wofür bist DU dankbar?




Montag, 10. Oktober 2011

Ich darf mich nicht mehr beschweren

Heute habe ich gute Nachrichten bekommen. Ich war heute so unglaublich glücklich, dass ich habe fast vergessen, dass ich lückenhaft bin... Aber Honey versucht diese Lücke einzufüllen.

Die Nachricht, die ich heute bekommen habe und die mich so glücklich gemacht hat ist, dass ich darf mein Masterstudium sofort anfangen! Ich freue mich so doll! Ich bin so stolz auf mich selbst! Ich habe es geschafft! Es ist mir gelungen!

(Du sollst dir keine Sorge machen: ich werde immer noch in einen Deutschkurs teilnehmen; soweit ich in Deutschland wohne, werde ich deine Sprache lernen.)

Weil mein große Traum ist jetzt wahr geworden, darf ich mich nie mehr, nicht mehr beschweren.

Dann, wenn es kalt draußen ist und ich muss unbedingt zur Uni, kannst du sagen, "Natalya, du darfst dich nicht beschweren, das wolltest du!"

Wenn ich zu viel zu lesen und zu schreiben habe, kannst du sagen, "Natalya, du darfst dich nicht beschweren,dafür hast du viel gekämpft!"

Wenn ich sauer bin, weil das Unterricht gefällt mir nicht oder weil meine Kollegen gefallen mir auch nicht, musst du sagen, "Natalya, du darfst dich nicht beschweren, das war dein Traum!"

Wenn ich zu früh am Morgens aufstehen muss, kannst du sagen, "Natalya, du darfst dich nicht beschweren, du hast das selbst entschiedet!"

Ich brauche, dass du mir dieser Gefallen tust, weil ich werde sicher sicher mich beschweren. Du wirst einen Blog lesen, wo ich mich beschwere weil es zu kalt in Deutschland ist - und es wird noch nicht Winter sein. Ich werde mich auch beschweren, wenn ich zu viel zu lesen habe, aber auch zu viel ins Haus zu tun und viel "Honey-kummern-Zeit" habe... Wahrscheinlich werde ich eine Kollege haben, die mir nicht so gut gefällt. Es ist möglich, dass ich ohne duschen zum Unterricht gehe, weil ich mich sehr sehr sehr früh aufstehen muss... und es wird bestimmt dunkel und kalt und entweder regnerisch oder schneebedeckt.

Aber ich will dieses Masterstudium machen. Ich habe dafür sehr stark für einen Jahr gekämpft. Es ist wirklich mein Traum. Und habe es selbst entschiedet.

Deswegen darf ich mich nicht mehr beschweren!

Montag, 3. Oktober 2011

Mein kleines Geschenk Gottes

Ich liebe es, zu Hause zu bleiben. Ich habe gar kein Problem, den ganzen Tag hier zu verbringen. Besonders nicht, wenn es draußen kalt ist. Aber die letzen Tage sind warm und schön gewesen... deswegen sagte ich zu mir selbst, "Natalya, du musst raus gehen!" Und genau das habe ich gemacht: ich habe einen Grund gesucht, um einen kleinen Ausflug mit meiner Rennmaschine zu machen und los ging es -

Los, sage ich. Aber nur bis zu meiner Wohnungstür. Weil, in dem Augenblick als ich meine Wohnungsür aufgemacht hatte, ist ein kleiner Kater hinein gelaufen. Meine erste Reaktion war, "OMG! Ein gefährliches Tier ist reingekommen!" Der kleine Kater lief hin und her, er suchte etwas aber konnte es nicht finden.  Er lief ins Wohnzimmer, danach ins Schlafzimmer, danach in die Küche - in jede Richtung, außer nach draußen.

Erschrockener Kater

Zum Glück war die Badewanne sauber und trocken!

Ich stand da, überrascht. Und ängstlich.  Ich habe ihn (auf Spanisch) gefragt, "Was ist mit dir los?" Er hat mir in die Augen geguckt und sagte, "Miau." (Welches Geräusch machen Katzen auf Deutsch?) Ich hatte Angst, ihn anzufassen, weil Tiere Krankheiten mitbringen, nicht wahr? Und bei Katzen ist Toxoplasmose besonders schwerwiegend. Das weiß ich, weil ich die technische Bedienungsanleitung für die Medizin gegen Toxoplasmose übersetzt habe. Der Kater lief immer hin und her, verrückt, wie verloren. Er war schmutzig und hungrig. Hungrig war nur meine Theorie - also, ich habe ihm ein bisschen Milch gegeben (Lektion 1: Katzen dürfen KEINE Milch trinken... sonst haben sie schlechte poopies, die ICH putzen muss.) Er hat die Milch gerne getrunken und machte weiter sein Katergeräusch.

Er trank sein Milch sehr schnell!

Dann dachte ich, "Er sieht wie einen Baby aus. Ich denke, ich kann ihn anfassen." Er wurde gern angefasst. Ich war sicher, dass er zu jemandem gehört (oder gehören sollte), aber - ZU WEM? Ich habe bei allen meinen Nachbarn geklingelt, aber niemand war zu Hause. (Komisch: die Deutschen arbeiten!!)

Es gab also keine andere Möglichkeit: der Kater musste bei mir bleiben, mindestens bis Honey nach Hause kam. Das war gar kein Problem. Das Problem war, dass der Kater etwas fressen sollte. Aber was? Was fressen kleine Katzen? Ich habe Karotten und Zwiebeln angeboten. (Lektion 2A: Katzen fressen kein Gemüsse.) Ich habe Corn Flakes und Müsli angeboten. (Lektion 2B: Katzen fressen kein Müsli.) Ich habe Brot angeboten. (Lektion 2C: Katzen fressen gern Brötchen.)

Er frisst das letze Stück Brötchen

Nach dem Essen, wusste ich nicht, was ich jetzt noch mit meinem neuen Kater tun sollte. Ich meine, soll man mit einem Kater spielen? Oder soll man einen Kater in Ruhe lassen? Oder soll man mit einem Kater spazieren gehen? (Lektion 3: Antwort für die Fragen --> Ja, Ja, NEIN!)

Katzen lieben es, zu spielen!

Aber sie lieben es auch, in ruhe zu bleiben...

Ahnungslos, habe ich mich am Boden gesessen. Der Kater ist sofort zu mir gekommen und hat auf mich geklettert. Verrückte Kater! Ich habe den Kater noch etwas (auf Spanisch gesagt) und er hat nicht geantwortet; als ich auf Deutsch sprach, hat er sofort "Miau" gemacht. (Lektion 4: Katzen sprechen die Landessprache.)




Meine deutsche Mutter hat mir empfohlen, einen Katzen-Klo zu bauen. Und nur dann hatte ich bemerkt - OMG! Ich kann diesen kleinen Kater allein lassen! Und so fängt es an, so wie ein Spiel für ihn: ich lief den ganzen Zeit hinter ihn. Das war gut Trainieren, meine ich. 

Temporär Katzen-Klo. Es hat nicht geklappt...

Obwohl wir viel Spaß zusammen hatten, ich habe mich immer daran erinnert, dass er zu jemandem gehört. Und ganz sicher war der Kater-Besitzer traurig, weil er seinen Kater vermisst. Trotzdem... ich war verliebt. Er war mein kleines Geschenk Gottes. Du weißt, wie viel ich Geschenke liebe. Es war wirklich wie Weihnachten.


Als Honey nach Hause gekommen ist, haben wir darüber geredet: Wenn in eine Woche keinen Besitzer kommt, gehört das Geschenk Gottes zu mir (zu uns, hat er gesagt...). Er hat Katzen Futter und Toilette Sachen gekauft; ich habe kleine Anzeige gepostet; aber danach gab es nicht mehr zu tun, als nur warten. Und spielen!



Leider hat den Besitzer mich den nächsten Morgen angerufen. Er wohnt in meiner gleichen Gebäude! Er hat seinen Tür nur ein klein Augenblick aufgemacht und plötzlich ist ihn der Kater entlaufen. Er war spät zur Arbeit, deswegen hatte er keine Zeit, um auf den Kater zu suchen. Er konnte nur hoffen, dass er sicher war. Er klang super traurig, weil seiner Kater hat ihn entlaufen... Auch hat der Kater ihn sofort anerkannt.

Also, das was "mein kleines Geschenk Gottes" Geschichte. Als ich den Kater zurück gegeben habe, habe ich mich gefühlt, wie etwas in meinem Leben fällt. Ich bin jetzt lückenhaft, weil ich kein Kater/keine Katze habe. Ich kann mich nur freuen, weil ich ein kleines Geschenk Gottes für einen Tag hatte.


Montag, 12. September 2011

Sonntags


Es gibt wenige Sachen, die ich finde sind besser in Deutschland als in Kolumbien. Ich meine, ich denke NICHT, dass alles in Deutschland schlecht ist. Nein nein nein. Es ist nur, denke ich, dass alles ist besser in meine Heimat. (Ich denke das heißt, Heimweh.) Aber einige Sachen sind hier besser.

Wie Sonntags, zum Beispiel. Sonntags sind besser heir, ohne Frage. Die Erklärung ist ganz einfach: Sonntags sind hier besser, weil (am meisten) Sonntags hier dunkel und kalt sind. Es gibt nichts besser, als ein Sonntag zu Hause. Ein perfekt Sonntag gibt es, wenn man auf dem Bett nicht aufstehen muss. Essen bestellen, nicht kochen. Oder Honey kann kochen. (Obwohl, ehrlich gesagt, ich koche alles am Sonntags...)

In Barranquilla, Sonntags sind sonnig und warm. Man muss irgendwo gehen, etwa Sport machen, am Strand bräunen oder baden. Aber, meiner Meinung nach, dass ist Samstag-aktivitäten. Das macht man hier in Deutschland auch!

Aber Sonntags sind hier perfekt. Und besser wenn es regnet. Ich mache das Fenster auf und ich höre, das was der Regen sagt. Es ist wunderschön und entspannend.

Willkommen, Herbst und Winter. Willkommen, regnerischer und kalter Sonntags.